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Heizungswasser

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Wasserbeschaffenheit für Heizkessel mit Vorlauftemperaturen bis 110 °C

Reines Wasser als Medium zur Uebertragung der Wärme gibt es kaum mehr. Man muss daher der Wasserbeschaffenheit,der Wasseraufbereitung und vor allem der Ueberwachung besondere Aufmerksamkeit widmen, um einen störungsfreien Betrieb der Anlage sicherzustellen. Die Wasseraufbereitung für Heizkessel ist nicht nur im Hinblick auf einen störungsfreien Betrieb, sondern auch im Hinblick auf die Werterhaltung der gesamten Anlage zu sehen.

Entsprechende Massnahmen müssen daher schon in die Anlageplanung miteinbezogen werden. Die mit unaufbereitetem Füll- und Ergänzungswasser in die Anlage gebrachten Härtebildner scheiden sich hauptsächlich an den Heizflächen ab. Dabei sind Heizflächen mit hoher Wärmestromdichte am meisten gefährdet durch die Tatsache, dass schon dünne Ablagerungen den Wärmeübergang stark bremsen. Dadurch kann eine unzulässige Temperaturerhöhung an diesen Stellen eintreten, welche zu einer erhöhten Materialbeanspruchung führt.

Neben den Kalkablagerungen müssen aber auch die Korrosionen (Metallzerstörungen), verursacht durch die im Umlaufwasser gelösten Sauerstoff- und Kohlensäuregase, vermieden werden. Die Sauerstoffkorrosionen in Heizungsanlagen treten meistens als Lochfrass auf. Kohlensäurekorrosionen sind seltener und meistens als flächenartige
Abtragungen zu erkennen.

Zur Verhinderung von wasserseitigen Schäden an Heizkesseln und Heizungsanlagen müssen daher geeignete Massnahmen ergriffen werden. Insbesondere gehören dazu eine dem Rohwasser und der Grösse der Heizungsanlage entsprechende Wasseraufbereitung sowie geeignete Massnahmen zur Verhinderung von Lufteinbruch. Füll- und Eränzungswasser für Wärmeerzeuger aus Eisenwerkstoffen Abhängig von der Gesamtkesselleistung und dem daraus resultierenden Wasservolumen einer Heizungsanlage werden Anforderungen an das Füll- und Ergänzungswasser gestellt. Liegt das zur Verfügung stehende Wasser nicht im Anforderungsbereich der folgenden Tabelle, so ist entweder eine Wasseraufbereitung oder die Berechnung der max, Wassermenge Vmax erforderlich.

Gesamte

Installierte Leistung

kW

Füll- und Ergänzungswasser

  Ca ( HCO3)2**                Vmax.

  mol/m3                         m3

Heizwasser

pH-Wert

< 100 keine Anforderung* keine Anforderung

8.2 - 9.5

100 - 300 < 2.0 3 x Anlagevolumen 8.2 - 9.5
350 -1000 < 1.5 3 x Anlagevolumen 8.2 - 9.5
100 - 350 > 2.0 0.0313 x kW:Ca(HCO3)2 mol/m3 8.2 - 9.5
350 - 1000 > 1.5 8.2 - 9.5
> 1000

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8.2 - 9.5


Füll- und Eränzungswasser für Wärmeerzeuger aus Aluminiumwerkstoffen


Bei Wärmeerzeugern aus Aluminiumwerkstoffen ist grundsätzlich unbehandeltes Leitungswasser (keine Enthärtung,
keine Chemikalien) einzusetzen.

Gesamte

Installierte Leistung

kW

Füll- und Ergänzungswasser

  Ca ( HCO3)2**               Vmax.

  mol/m3                        m3

Heizwasser

pH-Wert

 

< 80 keine Anforderung* keine Anforderung

7.0 - 8.5

> 80   siehe Kesseldaten 7.0 - 8.5

 

* Für den Kesselaustausch in bestehenden Anlagen mit ursprünglich über 100 kW Kesselleistung und Anlagewasser > 20 l/kW, gelten die Anforderungen für Anlagen > 100 kW

** Auskunft über die Konzentration an Calciumhydrogencarbonat des Leitungswassers geben die Wasserversorgungsunternehmen.

Ist die Angabe an Calziumhydrogencarbonat (Ca(HCO3)2) in der Wasseranalyse nicht enthalten kann die Konzentration
an Calziumhydrogencarbonat aus Karbonathärte und Calziumhärte oder aus der Säurekapazität KS4,3 und Calcium-Ionen wie folgt errechnet werden:

- Karbonhärte °fH x 0,1 = mol/m3
- Calziumhärte °fH x 0,1 = mol/m3
- Säurekapazität KS4,3 = mol/m3 x 0,5
- Calcium-Ionen = mg/l x 0,025

Für die Bestimmunhg der maximalen Wassermenge wird immer der niedrigere Wert genommen

Ergänzung der Mengen an Füll- und Ergänzungswasser


Bei Heizanlagen mit Gesamtkesselleistung > 100 kW muss neben der eingefüllten Menge an Füll- und Ergänzungswasser auch dessen Konzentration an Calciumhydrogencarbonat in einem Betriebsbuch festgehalten werden.

Weicht die Ca(HCO3)2 -Konzentration des Füll- oder Ergänzungswassers von der Ca(HCO3)2 ab die zur Berechnung von Vmax. eingesetzt wurde, so wird die im Betriebsbuch eingetragene Gesamtwassermenge mit Hilfe des Korrekturfaktors bereinigt.

Eingefüllte Wassermenge x Korrekturfaktor = Bereinigte Wassermenge

Gesamt-Wassermenge + bereinigte Wassermenge = neue Gesamt-Wassermenge


Achtung!
Wenn die Gesamtwassermenge die berechnete Wassermenge Vmax überschreitet, können Schäden am Wärmeerzeuger auftreten. Nach Erreichen der max. Wassermenge Vmax darf entweder nur noch vollenthärtetes bzw. vollentsalztes Wasser nachgespeist werden, oder es ist eine Entkalkung des Wärmeerzeugers durchzuführen.